Medienkompetenz entwickeln
Digitale Medien prägen nahezu alle Lebensbereiche. Für Kinder und Jugendliche sind sie selbstverständlich in Kommunikation, Information, Lernen und Freizeit. Um sich in der digitalisierten, global vernetzten Welt orientieren, autonom handeln und verantwortungsvoll teilhaben zu können, benötigen junge Menschen umfassende Medienkompetenz.
Medienkompetenz geht über das Bedienen von Geräten hinaus: Sie bedeutet, Informationen kritisch einzuordnen, mediale Darstellungen zu hinterfragen, Chancen digitaler Medien gezielt zu nutzen und Risiken reflektiert zu begegnen. Dazu gehören Umgang mit Desinformation, Schutz von Daten und Persönlichkeitsrechten, bewusste Bildschirmzeit und die Fähigkeit zur kreativen, produktiven Mediengestaltung.
Schulen tragen hierbei eine zentrale Verantwortung: Sie sind Lernorte für Fach- und Sozialkompetenz, aber auch Räume, in denen Kinder und Jugendliche lernen, digitale Medien sinnvoll für formelles und informelles Lernen einzusetzen, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und sich reflektiert in digitalen Öffentlichkeiten zu bewegen.
Für die praxisnahe Vorbereitung von Referendarinnen und Referendaren am Seminar Heilbronn dient das Dagstuhl-Dreieck als didaktischer Kompass. Medienbildung soll ganzheitlich sein und drei Perspektiven verknüpfen:
Technologische Perspektive (Wie funktioniert das?): Grundwissen, wie digitale Systeme, Netzwerke und Algorithmen funktionieren.
Gesellschaftlich-kulturelle Perspektive (Wie wirkt das?): Auswirkungen digitaler Entwicklungen auf Kommunikation, Werte und Zusammenleben
kritisch betrachten.
Anwendungsorientierte Perspektive (Wie nutze ich das?): souveräner, methodisch sinnvoller und kreativer Einsatz digitaler Werkzeuge im
Unterricht.
Nur wenn diese drei Blickwinkel zusammenwirken, entsteht echte Medienkompetenz. Ziel der Seminarausbildung ist es, Referendarinnen und
Referendaren das Handwerkszeug zu vermitteln, ihren Unterricht daran auszurichten, junge Menschen fundiert bei der Mitgestaltung unserer
digitalen Zukunft zu begleiten.
Medienbildung verknüpft sich eng mit Demokratie, Diversität und Nachhaltigkeit. Sie befähigt, Macht- und Repräsentationsstrukturen in Medien zu erkennen, Perspektiven zu berücksichtigen und digitale Teilhabe kritisch zu reflektieren – auch unter ethischen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Angesichts rasanten technologischen Wandels, besonders durch KI, gewinnt Medienkompetenz an Bedeutung und wird als fortlaufende Schlüsselkompetenz verstanden. Daher legen wir Wert auf kontinuierliche Weiterbildung, Selbstreflexion und Vernetzung aller Beteiligten.
Medienkompetenz wird sowohl in den einzelnen Fachsitzungen als auch in Pädagogik und fachübergreifenden Veranstaltungen systematisch aufgegriffen.
Referendarinnen und Referendare setzen digitale Medien nicht nur ein, sondern reflektieren deren didaktischen Wert, ihre Wirkungen auf Lernprozesse sowie ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte.
Beispiele aus Kurs 2026:
Inhalte / Bausteine:
- Von der Kreide bis zur KI
- Schule in der digitalisierten Welt
- Urheberrecht und Datenschutz
- Notenverwaltung digital - vom schnellen Berechnen zum datenschutzsicheren Speichern und Löschen.
- iPad in Lehrkräftehand
- Game Based Learning am Beispiel von Luanti
- Basiskurs Moodle / Vertiefungskurs Moodle
- Open Educational Resources
- Interaktive Präsentationen am Beispiel von Nearpod
- Kooperatives Lernen mit digitalen Medien
- Interaktive Lerninhalte gestalten am Beispiel vom LearningApps.org
- Medienwelten unserer Schülerinnen und Schüler
- Interaktive eBooks kollaborativ gestalten am Beispiel von Book Creator
- Kreativ mit KI - geht das? Bilder, Songs und Videos generieren mit KI.
- Schülerinnen und Schüler Spiele und mehr programmieren lassen am Beispiel von Scratch.
- Fortgeschrittenes Prompting für Lehrkräfte
Die technische Ausstattung am Seminar schafft optimale Voraussetzungen für zeitgemäßes Lehren und Lernen:
- Alle Referendarinnen und Referendare erhalten ein iPad.
- Alle Seminarräume sind mit Smartboards ausgestattet.
- Im gesamten Seminar steht WLAN zur Verfügung.
- Nutzen der digitale Plattform Moodle.
Diese Infrastruktur ermöglicht kollaborative Lernformen sowie das Erproben und Weiterentwickeln digital gestützter Unterrichtskonzepte.
Der Austausch zwischen Referendarinnen und Referendaren, Ausbildern und externen Partnern wird gezielt gefördert, um aktuelle Entwicklungen aufzugreifen und gemeinsam tragfähige Konzepte für Schule und Unterricht weiterzuentwickeln. So ist vernetztes und lernorientiertes Arbeiten möglich. Externe Partner sind z.B. die experimenta Heilbronn, das kreismedienzentrum, der KI-Campus.